Die Ikonostase in unserem Haus

Allein 5% der Griechen hat nicht mindestens eine Heiligenikone zu Hause. Eine Umfrage in 18 Ländern des Pew Research Centers, das in Religionsfragen an der Spitze steht, verdeutlicht, dass 95% der Griechen Heiligenikonen besitzen. Unter den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union führen wir (Griechen) damit, gemeinsam mit unseren Freunden, den Rumänen. Von den Staaten außerhalb Europas werden wir nur von den Moldauern und den Georgiern übertroffen, die jeweils 97% und 96% verzeichnen. Überdies antworten die Griechen mehr als jedes andere befragte Volk, und zwar zu 59%, dass die Religion ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens ist, es folgen die orthodoxen Rumänen (50%), Bosnier (46%) und Serben (34%).

Die letzten Ergebnisse des Pew Centers entsprechen exakt den der vorhergegangenen Recherche, die noch im Jahr 2017 stattgefunden und zum Schluss gekommen ist, dass Griechenland mit Abstand das Land ist, in dem die nationale Identität eng mit der vorherrschenden Religion verknüpft ist. Für 54% der Griechen ist das griechische Gepräge eng mit der Orthodoxie verknüpft. Nach Lebensalter gemessen finden 39% der Griechen von 18 bis 34 Jahren, dass die Orthodoxie ein grundlegendes Element der nationalen Identität ausmacht, während der Prozentanteil bei den 35 bis 49-jährigen sogar bei 49% liegt und 65% bei Personen über 50 Jahren. Dieselbe Antwort haben auch 40% der Menschen gegeben, die sich als „Linke“ bezeichnen.

Die Verbindung der griechischen Seele mit der Orthodoxie lässt sich in hohem Maße durch ihre Rolle in der Entwicklung des Griechischen Staates erklären. Charakteristisch ist hierbei, dass die griechische Sprache zum größten Teil dank der Orthodoxie und ihrer liturgischen Texte bewahrt geblieben ist. Was den Besitz von Heiligenbildern von der Mehrheit der Griechen betrifft, so ist das ein Anzeichen dafür, dass sie allein und privat mehr beten, als in der Öffentlichkeit, oder zumindest, dass sie die Ikonen aus Gottesfurcht aufbewahren.

Gleichwohl wundern sich einige über die hohen Prozentanteile, die die Religiosität der Griechen betreffen, da sie die Abscheu vieler gegenüber bestimmten Praktiken gewisser Kirchenstellvertreter falsch interpretieren. Die Rolle der Kirche im politischen Leben des Landes ist es, die störend ist. Der Staat ist dazu verpflichtet, seine Funktionalität sicherzustellen und nicht aus kleinparteilicher, sondern aus politischer Sicht die Anschauungen der Griechen zu interpretieren. Allerdings ist die Zwietracht stiftende und laizistische Rolle der Medien sicherlich alles andere als hilfreich, um eine nüchterne Annäherung zu fördern.

Apostolos Lakasas

Übersetzung: Alexia Ghika- Kyriazi 

 

Most Orthodox Christians keep icons at home



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